Vorwort
Einzelne Gegenstände können für sich stehen, Teil der Ausstellung oder Bestandteil der Rauminstallationen sein. Der (Nach)bau von Ausstellungen als Kunst ist mein Mittel, um der Zerrüttung des Identischen nachzugehen.
Erscheinungsformen des Ausstellens tauchen in Re-formulierungen wieder auf, damit Verabredungen und Folkloreformen sichtbar und zugleich von sich abgestoßen werden: Migration des Verstehens. Das Kunstwerk verheddert sich in seinem Dingcharakter, in der Vertracktheit von Nachbarschaften, den Durchquerungen des Meinens und sonstigen Anwehungen der Sprache. Die Armut des Materials ist ein Grundrecht. Dem Anschein reflexiver Tiefe wird mit einer von Skepsis geleiteten Komik begegnet. Ich bin von der Idee ausgegangen, dass das Zeigen für das Gezeigte eine Rolle spielt, daher die Betonung des Ausstellens.
 
Nachwort
Ironie des Schicksals ist immer noch Schicksal und Emanzipation hat sich nicht bewährt, die letzte Dringlichkeitssitzung wurde vertagt. Qualität? Ja schon. Aber welche? Der soziologie-, finanzund anekdotenfreie Raum ist zerstäubt, wir stehen auf dem Parkplatz der Zufriedenheit in unseren alten Künstlerkisten und lauschen ins Freie. Doch hintergründig hat sich einiges verschoben. Bestellt wird mit Smartphone, als Vintage lässt sich jedes Ding in echt haben und mit Kunstbeflaggung der Kurs auch ohne Wind segeln. In diesem postfolkloristischen Klima nestle ich an einem Theorierefugium, das seiner eigenen Flüchtigkeit hinterherhinkt. Geht nicht, gibts doch: hier öffnet sich der Ansatz, dass man einer Re-Signation zustimmt. Mit einem Seufzer der Erleichterung hauchen wir aus, was von Belang war, was sich von Bedeutung schien und als Geste in der Luft stehen bleibt. Denn Kunst ist Eröffnung ihrer selbst. (Simon Starke, Oktober 2013)