Wie würde Kunst rezipiert, wenn man ihr frei und ohne Einfluss Dritter an einem völlig neutralen Ort begegnete?
Gänzlich ohne Einfluss geht es nicht und völlig neutrale Orte gibt es nicht, denn wir beginnen mit den ersten wahrgenommenen Geräuschen, den ersten Bildern, mit all unseren Sinnen unwillkürlich Informationen zu sammeln, die unsere Umwelt zu dem macht, was sie für uns ist. Überlegungen, die nicht erst seit René Descartes und dessen klassischer Formulierung des Leib-Seele-Problems von 1641 angestellt werden.
So gesehen ist der neutralste Moment der Rezeption vermutlich der des Erstkontakts von Mensch zu Kunstwerk: Wenn beispielsweise ein Künstler seiner Eingebung gegenüber steht und noch keinerlei weitere Reflektionen über sie angestellt hat. Oder wenn man unerwartet einem Objekt begegnet, ohne zuvor Be-, Auf- oder Abwertungen Dritter dazu wahrgenommen zu haben. Allerdings haben dabei bereits Umgebung oder gar Präsentation des Objekts ihren Einfluss gehabt.
Fände ein solcher Erstkontakt aber nun statt, indem sowohl der Ort der Präsentation als auch das Kunstwerk sich vor den Augen des Rezipienten selbst erschaffen würden, wie sähe das Ergebnis dann wohl aus? Was erhielte man? Das reine Kunstwerk? Das neutrale? Das subjektive? Oder ganz etwas anderes? Um das herauszufinden bräuchte es traumhafte Bedingungen – und sicherlich die Möglichkeit Alltagsmuster, das sogenannte Über-Ich und Ähnliches so weit wie möglich über Bord zu werfen. Bedingungen, die vielleicht in einer anderen Dimension oder in einem anderen Bewusstseinszustand gelten. Zumindest letzteres wird in der Trance Turbine versucht.
 
Mika Neu, Installationsansicht, Trance Turbine, 2014
 
 
Mika Neu, Installationsansicht, Trance Turbine, 2014
 
 
Mika Neu, Installationsansicht, Trance Turbine, 2014
 
 
Mika Neu, Installationsansicht, Trance Turbine, 2014
 
 
Mika Neu, Trance Turbine, 2014