Die Galerie Melike Bilir zeigt in der Ausstellung „Mit dem Hunde gemalt“ Zeichnungen aus dem Nachlass der 2012 verstorbenen autodidaktischen Künstlerin und Kunstprofessorin Andrea Tippel.

Der Titel stammt aus einem Detail der Zeichnung AUGENWINKEL SAUGEN BLICK liegende Winkelsau (22.12.94)

Wir sehen Darstellungen von Tieren wie Hunden, Katzen oder Vögeln neben Bäumen, Blumen und Landschaften. Diese sind häufig in einen surreal anmutenden Kontext gesetzt mit schriftlich ausgeführten Gedanken - Wortspielen oder metaphysischen Überlegungen und verblüffenden geistigen Verbindungen.

Die Tierzeichnungen Tippels wecken Empathie durch eine geschickte Verknappung, ohne direkt an die Gefühle des Betrachters zu appellieren. Wir spüren das Lebendige, das Wesen. Die Natur trifft den menschlichen Geist in einem faszinierenden Wahrnehmungskosmos. In der synästhetischen Kombination zwischen Bild und Sprache decodiert die Künstlerin mit Humor und Liebe versteckte metaphysische Zusammenhänge in einem Akt rätselhafter Subversion.

Wir verarbeiten lustvoll und gebannt den Reiz des Skizzenhaften, das augenscheinliche Funktionieren einer Idee, den Grad der Ausarbeitung, das Überlassen des Betrachters an die Fantasie, die reine Schönheit der schier unmöglichen Komposition, die gelungene Einfachheit der Form. (Joachim Franz Büchner)

Andrea Tippel, Detail aus der Zeichnung: AUGENWINKEL SAUGEN BLICK liegende Winkelsau (22.12.94)

 

Andrea Tippel, Ausstellungsansicht, Mit dem Hunde gemalt, 2018
 
 
Andrea Tippel, Ausstellungsansicht, Mit dem Hunde gemalt, 2018
 
 
Andrea Tippel, Ausstellungsansicht, Mit dem Hunde gemalt, 2018
 
 
Andrea Tippel, junger Löwe, mit Stuhlsprossen spielend, 1993