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Next Show:

Mariola Brillowska und Gäste

PLANET FLAMBOYANZ

Videopremiere, Ausstellung, Konzert

Sonntag, 20. Oktober 2019 von 18 - 21 Uhr

„Stereo Total" / Françoise Cactus, Brezel Göring

„Ich bin hier" / Damian Müller, Peter Weinig, C. Debérn

Mariola Brillowska, die Hamburger Undergroundpionierin, Filmemacherin, Malerin und Autorin (Markenzeichen: Flamboyanz!) überrascht immer wieder mit bewährten Genialitäten und neuen Ideen. Ihr neuster Streich: zwei Musikvideos für die Berliner Band „Stereo Total“ um die Sängerin Françoise Cactus, gerade frisch in die deutschen Album-Charts eingestiegen.

Die Musikvideos „Hass Satellit“ und „Ich bin cool“ drehte die deutsch-polnische Künstlerin mit dem deutsch-französischen Elektropopduo und der inklusiven, von der Pestalozzi Stiftung Hamburg betreuten Künstlergruppe und Band „Ich bin hier“. Zur Premiere der Videos tritt „Ich bin hier“ zusammen mit „Stereo Total“ live auf. Exklusiv zeigt Melike Bilir in ihrer Galerie Mariola Brillowskas Artworks aus den Videos. Auch dabei: die lebensgroße legendäre Häkelpuppe „Wollita“ - von „Stereo Total“ Sängerin Cactus höchstpersönlich erschaffen.

Musik, Lyrics, Interpreten: Stereo Total; Darsteller: Françoise Cactus, Brezel Göring, Bela Brillowska, Wollita, Damian Müller, Peter Weinig, Thomas Habel, Jörn Schinnerling, Angelika Hamann, Manou Hannemann, Mareike Hoof, C. Gempeler Debérn, Angela Rögler; Choreographie: Caroline Gempeler co Songwerkstatt AWG Alte Schule Reitbrook Pestalozzi Stiftung Hamburg; Kostümbild: Gloria Brillowska, Neele Tschaitschian, Anna Degenhardt, Mariola Brillowska; Kamera, Licht: Joscha Sliwinski; Haare & Make Up: Patrick May; Konzeption, Szenenbild, Artworks, Animationen, Regie, Schnitt, Produktion: Mariola Brillowska; Produktionsassistenz: Ingmar Böschen; Drehorte: Peacedorf Pinneberg Hamburg, Greenboxstudio Sonic Performance Hamburg

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Past Shows:

FLESH CORALINO - CLEMENCIA LABIN

TROPICALIA in der Galerie von Melike Bilir

5. September - 13. Oktober 2019

Es wird schwarz, es wird zitronen-gelb/gold, es wird korallfarben! 

Weiche Stoffe, Formen und Körper aus der Karibik eröffnen eine neue tropikalische Welt und neue Sichtweisen auf Südamerika. 

Die Malerin und Performance-Künstlerin Clemencia Labin aus Maracaibo, Venezuala, zeigt in ihrer Ausstellung „Flesh Coralino“, vom 5. September bis 13. Oktober 2019, Bildobjekte und Skulpturen bei Melike Bilir. Ihre Arbeiten, aus Bikini Lycra und Nylon Strümpfen, geformt und vernäht, teilweise mit Acrylfarbe bemalt, verweisen in ihrer Farbgebung auf ein ikonisches Bild der südamerikanischen Volksmythologie. Es zeigt die heilige Maria Lionza in ihrer kraftvollen und edlen Nacktheit auf einem schwarzen Tapir reitend und dabei einen goldenen Becher in den Himmel reckend. Der Maria-Lionza-Kult ist ein Heilungsritual, das sich vornehmlich in Venezuela aus den ethnischen Religionen Venezuelas, Elementen des Katholizismus und dem afrikanischen Voodoo entwickelt hat. 

Schon seit ihren Anfängen in Maracaibo mit seinen Umzügen, Festivals und Bräuchen, hat Labin einen freudigen, das Publikum einbeziehenden Ansatz verinnerlicht, den sie mit Flesh Coralino trotz aller Erfahrung und Erfolgen in internationalen Ausstellungen und langjähriger neugieriger Verfeinerung ihrer Kunst unbekümmert fortführt. 

Mit dieser spielerischen Lebensfreude und Energie setzt sich die Künstlerin mit einer eigenen universell verständlichen Sprache für ein Verständnis ihrer Kultur jenseits eines kolonialistischen Weltbildes ein, stets im Bewusstsein um ein kollektives Gedächtnis. Im Jahr 2000 etwa initiierte sie in ihrer Heimatstadt das Ausstellungsprojekt „Velada Santa Lucía", das sich über 13 Jahre zu einem über die Grenzen Venezuelas hinaus bekannten Kunstfestival entwickelte. 2011 repräsentierte Labin mit diesem Projekt Venezuela auf der 54. Biennale von Venedig. 2019 führte sie auf der Biennale im Sinne der Demokratie den Protest gegen das Maduro-Regime an. 

Clemencia Labin sieht sich immer zunächst als Malerin, die mit formbaren Stoffen experimentell arbeitet und diese intuitiv und humorvoll mit Techniken und Konzepten aus der westlichen Moderne verbindet. Sie treibt gerne auf die Spitze, bis etwas Magisches und unerhört Schönes entsteht. Ihre Energie lässt sich nicht in zwei Dimensionen bändigen und so gestaltet Labin in ihrer eigenen tropikalischen „Pulpa Chic World“ einen üppigen, überschwänglichen, manchmal barock anmutenden Raum mit kräftigen Farben und weichen Formen, die sie selbst als genuin „karibisch“ beschreibt.Dieser Sinn für intuitive Komposition offenbart sich in den Pulpa, jenen organischen, an Fruchtfleisch erinnernden flauschigen Formen, die sich bewegen, wachsen und in der Wahrnehmung des Betrachters tanzen, wie Korallen im Meer. Sie verleihen dem Werk seine dezidiert körperliche Dimension, die deutlich weicher und verletzlicher ist, als wir es gewohnt sind und die ganz nebenbei unsere Sehgewohnheiten infrage stellt, Konventionen ironisiert und klischeehaften männlichen Chauvinismus als überkommenes Idealbild verspottet. So tauchen wir tief ein in die warme Welt der Korallen, die mit uns zu sprechen scheinen, uns sanft umspülen und sich liebevoll anschmiegen wollen. Wir geben uns einem rauschhaften Erleben hin, das vitalisiert und die Vorstellungskraft anregt, nicht zuletzt, um bestehende Annahmen, wie moderne Kunst zu sein habe, vor dem inneren Auge verschwimmen zu lassen.

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DANIEL SPOERRI & TEX RUBINOWITZ

23. Mai - 18. Juli 2019

Liebe Kunstfreunde, liebe Freunde der Galerie,

Melike Bilir präsentiert anlässlich ihrer Neueröffnung eine besondere Ausstellung zweier in Wien lebender Größen und Generationen des feinsinnigen Renegatentums und versatilen Pioniergeists! Daniel Spoerri und Tex Rubinowitz zeigen ab dem 23.5. textile Objekte, die einen erkenntnisreichen Blick in den Narrenspiegel erlauben. 

Mit der Bemerkung „Kannst haben, Drecksbüebli“ überließ Daniel Spörri, Grandseignieur der Avantgarde-Kunst, seinem Freund, dem Autor und Zeichner Tex Rubinowitz, die zerschnittenen Reste mit Sinnsprüchen bestickter Tücher, aus denen bereits seine „Fadenscheinigen Orakel“ entstanden waren. Rubinowitz verarbeitete diese weiter und entwarf eine Parallelwelt der Unlogik, die „Tarnsätze“. Gemeinsam ist beiden Serien, dass Sie volkstümliche Weisheiten und einfältigen Kitsch gegen alle Regeln der Kunst und mit Hilfe des Zufalls dekonstruieren.

Tarnsätze, Tex Rubinowitz

Tex Rubinowitz, preisgekrönter Autor unglaublicher Reiseberichte, begnadeter Chronist absurder Realität, Witzezeichner und Musiker wendet sich das erste Mal der Textilkunst zu. Als leidenschaftlicher Kommunikator versieht er sein Material mit Text, inspiriert von den Sinnsprüchen und vermeintlichen Wahrheiten, die einmal auf den Stoff gestickt waren, und zielt auf die Wirkung beim Betrachter ab.

Tex’ „Tarnsätze“ funktionieren wie ein geistiger Reflextest mit hintersinniger Falle. Sie spielen mit Redensarten, die so abgegriffen sind, dass man sie im Leben nicht benutzen würde. Unter dem Motto „je belangloser und konsensueller, desto besser“ erforschen sie, was im Gehirn des Betrachters entsteht, nur um es mit einer unverschämten Verdrehung in die Irre zu führen, eine Parallelwelt der Unlogik entstehen zu lassen. Im Stile eines Mimikry tarnen sich die Sätze und schleichen sich ins Unterbewusstsein. Durch geschickte Tarnung wird das Unlogische zu einer unhaltbaren Wahrheit.

Das Spannende und Erfrischende: Die Unsicherheit des Gehirns, wenn es versucht, die trivialen Sätze zu komplettieren, hat Tex direkt in seine Arbeitstechnik mit der Maschine übersetzt. Man sieht den Objekten an, dass hier mit Beliebigkeit gearbeitet wird. Ganz bewusst überlässt er einen Teil des Ausgangs dem Zufall und gibt die Kontrolle trotzig an den Lauf der Dinge ab!

Fadenscheinige Orakel, Daniel Spoerri

Vor acht Jahren sammelte der in Wien lebende frühere Tänzer, Regisseur, Herausgeber von Zeitschriften und bildende Künstler Daniel Spoerri auf Kur in Oberösterreich bei verschiedenen Trödlern und Flohmärkten Tücher, die ursprünglich, mit volkstümlichen Weisheiten bestickt, Heim und Herd in Bauernhäusern verschönern sollten.

Die Gottergebenheit, der einfältige Kitsch, die beschönigenden Lügen und der Fleiß, der hinter den Textilarbeiten stand, riefen in ihm eine Mischung aus Rührung und Ekel hervor. Es entstand der Impuls, sie auseinanderzuschneiden und nach Wortarten zu sortieren. Ganze Stapel von Wörtern wie „Gott“, „Maria“ und „Jesu“ kamen dabei zusammen. Ausgebreitet auf einem großen Tisch wurden sie zu seinem meditativen Puzzlespielplatz. Dabei entstanden durch Kombination und Intuition Satzkompositionen: eine neue Realität und wahre Wortlawine.

Zusammen mit seiner Köchin Silke Eggl, die sich zufälligerweise auch als Schneidermeisterin und Stickerin herausstellte, wurden die Sätze auf den Tüchern neu vernäht und die genau 100 „fadenscheinigen Orakel“ entstanden, deren schicksalhafte Wirkung auf den Betrachter noch unerforscht ist. Eine Auswahl von ihnen ist jetzt in der Galerie Melike Bilir zu sehen!

In Zusammenarbeit mit der Levy Galerie